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Chancen der Krise bleiben ungenutzt

In der Konjunkturflaute und Finanzkrise sind ganze Branchen scheinbar gelähmt
 
Aktuellen Zeitungsberichten zufolge, soll das Car-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen zu dem Ergebnis gekommen sein, dass im Oktober bereits über 300 Rabattaktionen liefen, in denen sich etliche Automobilhersteller mit Rabatten geradezu überbieten um ihre Fahrzeuge anzupreisen. Die Rabatte geben Aufschluss darüber, unter welchem Druck die Branche und besonders einzelne Automobilhersteller stehen.

Bereits vor einem halben Jahr prognostisierte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Die Zeit nach der Abwrackprämie werde für den deutschen Automarkt zum Jammertal“. Nun wird 2010 „das Saure-Gurken-Jahr für die Hersteller.“ Das lasse sich aus den steigenden Rabatten bereits ablesen. Auch bei den Händlerinsolvenzen sei man noch nicht am Ende der Entwicklung angekommen.

Zulieferer, Maschinenbauer und Anlagenlieferanten profitierten allerdings kaum von den staatlichen Konjunkturhilfen der ehemaligen Bundesregierung. Von der nun folgenden Rabattschlacht sehr wahrscheinlich überhaupt nicht. Firmen wie Gea-Group, KUKA, ThyssenKrupp, GROB Werke Mindelheim, MAN und viele andere mehr leiden aufgrund der weltweiten Absatzflaute der Automobilindustrie unter Auftragsrückgängen, Rückstellungen und Stornierungen. Viele deutsche Anlagenhersteller mussten Kurzarbeit anmelden, einige bereits ganze Werke schließen, andere gingen sogar in die Insolvenz. Derweil wird schon ein „verlangsamter Abschwung“ als Freudenbotschaft zelebriert.

Radio Bremen informierte aktuell über die Notlage der Maschinenfabrik ThyssenKrupp-Krause aus Bremen-Nord. Es dürfte wohl klar sein, dass die Anlagenbauer nicht gerade damit beschäftigt sein werden, ihren automobilen Fuhrpark zu erneuern. Die von Kurzarbeit und Stellenabbau bedrohten Mitarbeiter stehen als potentielle Neuwagenkunden wohl auch nicht mehr zur Verfügung. Gleiches gilt für den gerade Insolvenz anmeldenden Maschinebauer Löffler.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob Automobilhersteller / Automotive OEM´s wie Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel, Porsche und Volkswagen nicht (zumindest die moralische) Verpflichtung haben, ihre Lieferanten und Zulieferer an den staatlichen Konjunkturhilfen Teil haben zu lassen, statt Investitionen zu kürzen um nur das eigene Ergebnis zu maximieren. Mittlerweile sieht das zumindest wohl die IG-Metall so, die einen Rettungsfond für den Maschinenbau fordert.

Im Jammertal angekommen, verharrt die Automobil-Branche derweil in Schock-Starre. Man übt sich in Luftanhalten und wartet auf ein Erdbeben oder ein ähnliche Phänomen, welches den Boden des Tals doch möglichst wieder (ohne eigenes dazutun) irgendwie nach oben befördern möge.

Doch statt in Lähmung und Wartestellung zu verharren, wäre es angezeigt mit eigener Kraft die Stufen empor zu erklimmen. Gerade in Zeiten, in denen die Produktion zurückgefahren ist, bieten sich die besten und kostengünstigsten Gelegenheiten die eigene Fertigung und die Kosten zu optimieren. Durch freie Kapazitäten der Zulieferer und Anlagenlieferanten dürften sich gerade jetzt zudem ordentliche Nachlässe verhandeln und kürzeste Lieferzeiten realisieren lassen.

Wenn man nicht nur ausschließlich in neue Projekte investiert, sondern zur Ausnahme einmal die bereits bestehenden Fertigungszellen durch intelligentes Engineering optimiert und renoviert, könnten einige OEM´s nach der Krise besser dastehen als je zuvor. Zudem würden gerade in der Krise freie Kapazitäten sinnvoll und wertschöpfend eingesetzt, um bereits seit Jahren schlummernde und ungenutzte Milliardenpotentiale endlich nutzbar zu machen, um damit langfristig die Kosten zu reduzieren, produktiver und profitabler zu arbeiten und das eigene Ergebnis letztlich sogar langfristig zu verbessern. Durch prozessorientierte Planung werden Kosten in Kürze amortisiert. So schafft man Kostenvorteile bereits innerhalb der sicherlich noch weiter  andauernden Krise. Das gilt sowohl für  Kleinwagen- wie auch für Premiumhersteller. Und erst recht  für Magna, dessen Management Opel schnell profitabel machen muss - soweit GM das zulässt.



31. Oktober 2009